Körprich - Leben am Fluss in Nalbachs jüngstem Ortsteil

Körprich wird erstmalig 1327 urkundlich erwähnt und dürfte somit geschichtlich der jüngste Ortsteil von Nalbach sein. Bereits 1332 erscheint in den Urkunden eine Kapelle am Berg, die auch bestimmt der Ursprung des Namens Körprich (von "Kirchberg") sein dürfte.
Über Jahrhunderte hat das Leben sich rund um diese Kapelle abgespielt, die für die Körpricher stets "ihre Kapelle" war. Durch große Umbau- und Renovierungsarbeiten 1898 und in den Jahren 1985 bis 1987 bewahrten sich die Körpricher mit sehr viel Eigeninitiative und Engagement ihr Kleinod. Auch kämpften sie über diese Zeit um ihre kirchliche Eigenständigkeit, die mit dem Bau der Kirche "St. Michael " 1926 letztlich vollendet wurde.
 

Mit dem Bau der Eisenbahn ( 1901 ) und dem Bau einer Dampfziegelei ( 1901 ) zu Beginn des letzten Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Entwicklung des Ortsteiles raschen Aufschwung. Die Eisenbahn erleichterte den Bergleuten und den Arbeitern den Weg zu ihren Arbeitsstätten. Die Dillinger Hütte war zum größten Arbeitgeber in der Region geworden. Damit waren die wesentlichen Voraussetzungen geschaffen für eine Zukunft Körprichs als Arbeiterwohnsiedlung. Darüber hinaus behielt die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert.
 

Foto: Dieter Lorig reproduziertes Foto: Dieter Lorig
Kirche "St. Michael"
Innenraum der Kirche "St. Michael" im Ortskern.
Innenraum der Kirche "St. Michael" im Ortskern.
Foto: Dieter Lorig

Pieta in der Kirche "St. Michael"
Unter dieser Pieta ist der Erbauer
der Kirche, Pastor Leo Montada
( 1891 – 1927 ) beerdigt.
Foto: Dieter Lorig

reproduziertes Foto: Dieter Lorig

Auch der Bau der ersten festen Brücke
(1903) lenkte die Bautätigkeit auf die
andere Prims-Ufer-Seite.
All diese Faktoren führten dazu, dass
sich bis Anfang der 1930-Jahre die
Einwohnerzahl Körprichs innerhalb von 30 Jahren verdoppelte.

Erst der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950/60-iger Jahren hat die Landwirtschaft als Nebenerwerbsquelle eingeschränkt. Demzufolge nahm die Siedlungstätigkeit in diesen Jahren stark zu. 1966 erwarb die Gemeinde durch Kauf und Tausch von Flurstücken ein geschlossenes Baugebiet im Distrikt "Greifelsberg", das Platz für über 170 Baustellen bot. 2006 wurden in bester Südhanglage weitere 20 Baugrundstücke und 2008 nochmals 22 Baugrundstücke erschlossen und somit das gesamte Neubaugebiet abgerundet.
Schlimmstes Ereignis war an Weihnachten 1965 ein Bergrutsch am Fuße des Hoxberges in der Wald- und Lebacherstraße, bei dem über 10 Häuser total beschädigt wurden. In der Hoxbergstraße schuf die Gemeinde Baustellen, um den Betroffenen einen Neuanfang zu ermöglichen.
Im Jahre 2006 wurde im Zuge des geplanten Kohleabbaus die Hangrutschlage am Hoxberg durch einen 400m langen Entwässerungskanal und weitere Maßnahmen mit einem Gesamtaufwand von 5 Mio. Euro gesichert.

An herausragenden Persönlichkeiten erinnern heute noch Namen von Straßen und Plätzen.
Der Weg zur Kirche wurde nach Pastor Johann Jakob Woll, Ehrenbürger von Körprich, benannt, der in Körprich von 1939 - 1980 segensreich wirkte.
Der Weg zum Kreuzweg wurde nach dem früheren Ortsvorsteher Heinrich Eisenbarth benannt, unter dessen Leitung 1992 der Körpricher Kreuzweg entstanden ist.
 
Den kulturellen und religiösen Mittelpunkt von Körprich bildet das Ensemble rund um den " Gebrüder-Montada-Platz ". Zum einen steht dort die von Pastor Leo Montada 1926 erbaute Kirche
"St. Michael" und die Grundschule "St. Michael", die auf Anregung des ersten Rektors Alois Montada 1956 errichtet wurde und zum anderen die Michaelshalle ( 1978 ) und dasFeuerwehrgerätehaus ( 1990 ).

An der malerischen Prims gelegen, hebt sich Körprich durch seine gastronomische Vielfalt hervor. Überregional bekannt ist hierbei die "Körpricher Landbrauerei".
Ein Besuch lohnt sich jederzeit.


zusammengestellt von Oswald Kriebs